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     Seeed  
     Puristen, Style-Polizisten mit 7:0 vom Platz fegen  
  Text von Fabian Blombach  
  Ihr Major-Label scheint viel von Seeed zu erwarten. Im Rahmen des REM-Konzerts im Mai auf der Kölner Domplatte schickte WEA die Band zwecks Promotion als Vorband auf die Bühne, sehr zu deren Unwillen. Eigentlich hatte man sich auf eine fette eigene Show in Leipzig gefreut.

Jedenfalls ließ ihr Auftritt in Köln mir genug Zeit für ein ausführliches Gespräch über Seeed zwischen der Positionierung in der Szene und der Positionierung in den Charts. Ihr Erfolg lässt mich Parallelen zu Gentleman ziehen.

Als direkter Nachfolger von Gentleman möchten Seeed sich aber nicht verstehen. “Wir haben nichts dagegen, wenn wir da ein bisschen den Staffelstab übernehmen, aber wir sehen uns jetzt nicht unbedingt in direkter Linie nach Gentleman. Gentleman hat auf jeden Fall eine Lanze für Reggae gebrochen hierzulande, aber wir haben einen leicht anderen Ansatz als er. Wir sind nicht ganz so Jamaika-orientiert. Abgesehen davon gibt es außer ihm und Seeed ja auch noch Tolga und vor allem D-Flame, der mit deutschsprachigen Dancehall-Tunes ganz vorne dabei war. Klar, der wird eigentlich immer mehr so in dem HipHop-Kontext gesehen, aber das ist mir eigentlich wurst. Der macht auch Reggae-Sachen und den sollte man da nicht vergessen.” Von solchen Diskussionen um den Musikstil und seine Authentizität bleibt aber ja auch Seeed selbst nicht verschont.

“Wir versuchen schon, uns möglichst in alle Richtungen des Reggae auszudehnen, auch wenn ich weiß, dass viele da ein Problem haben und finden, dass sei nicht authentisch. Aber da scheiß ich drauf.” Die Größe der Band mit den verschiedenen Vorlieben bildet eine Stärke, Purismus ist nicht angesagt. Ihre Realness bewiesen sie mit ihrer Huldigung an die Berliner Szene in “Dickes B”. Die liegt Pierre besonders am Herzen und darin liegt die wichtige Aussage des Tunes: “Partymäßig gibt es in Berlin seit drei, vier Jahren einfach einen tierischen Boom. Es gibt viele gute Partys, wo viele Leute hingehen und die eine eigene Atmosphäre haben, was es vorher so auf einer HipHop-Party Mitte der Neunziger eben nicht gab. Das ist einfach geil. Und deswegen auch der Song, um den Leuten wie Concrete Jungle oder Tobi (Selector bei CJ), der das Zeug auch schon aufgelegt hat, als es noch kein Schwein interessierte, die Big Ups zu geben.”

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Mehr über Seeed
Seeeds Internetseite

Text von Fabian Blombach
Fotos von Tobias Indermühle

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 01/01

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