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     German Dancehall Queen Contest  
     Dancehall kommt von Tanzen  
  Text von Paul Spurny  
  Zum dritten Mal fand im November der German Dancehall Queen Contest statt, bei dem sieben Tänzerinnen in einem spannenden Wettkampf über fünf Runden um die Krone tanzten. Durch meine Tätigkeit als RIDDIM-Mitarbeiter kam ich in den Genuss, als Jury-Mitglied die Performances der jungen Damen nach Outfit, Musikwahl, Charisma, Moves und Kreativität zu bewerten – another hard day at the office...

Reggae ist seit je her Tanzmusik. Schon der Begriff aus dem 1968er-Hit von Toots & The Maytals, „Do the Reggay“, fordert zum Tanz auf. Auch die Bezeichnung für die aktuelle Musik aus Jamaika beschreibt zur Hälfte, was man in jenen „halls“ so macht. Zwischen „One Foot Skank“ und „Willy Bounce“ liegen über 40 Jahre Dancehall-Geschichte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns die Tänzer ihren Weg ins Spotlight finden. Die Frauen leisten dabei übrigens Pionierarbeit, während die Männer lieber den Selectors über die Schulter schauen.

Der Contest versprach trotz eines kurzen Line-Ups von nur sieben Tänzerinnen einen interessanten Querschnitt durch die aktive Szene. Die süddeutsche „Badda Gyalore“-Crew, die sich mit Auftritten beim Summerjam sowie in ganz Deutschland und Österreich einen Namen gemacht hat, stellte mit Maggi, Steffi, Jara, Miss Munchy und Dani den Großteil der Teilnehmerinnen. Dazu gesellten sich Abi aus Erlangen und Jumbie aus Hamburg.

Bereits vor dem Contest wurde Backstage viel gelacht, denn trotz Konkurrenzdruck ging es den Teilnehmerinnen vor allem darum, gemeinsam für die Akzeptanz ihrer Disziplin zu kämpfen. Dazu gehört nach wie vor, durch einstudierte Moves und Konzentration den Eindruck vom Gogo-artigen Zurschaustellung weiblicher Reize zu zerstreuen.

Neben meiner Wenigkeit bestand die Jury aus Father Tim vom Mango Tree Sound und aus Amzone, die amtierende französische Dancehall Queen, die generell etwas kritischer mit ihren alemannischen Kolleginnen war und sich weniger von den sexy Outfits beeindrucken ließ. Was gut war, schließlich ging es um die Qualifikation für den italienischen Contest 2008, den Europa-Contest in London und den International Dancehall Queen Contest in Montego Bay.

Gezeigt wurden alle in den letzten Jahren angesagten Tänze, die bei den 300 Anwesenden zum Teil Reaktionen wie bei heißen B-Boy Battles der 90er hervorriefen. Für viele überraschend früh mussten Miss Munchy und Maggi nach der zweiten Ausscheidungsrunde einpacken, gehörten sie mit ihren Skills doch eigentlich zu den Favoriten. Von Anfang an machte sich die 22-jährige Jumbie viele Freunde mit einem beeindruckenden „Tik-Tak“-Dance, und als sie in den Handstand gegen die Wand wechselte und weiter kreisen lies, was der liebe Gott ihr gegeben hat, stand die Halle mindestens so Kopf wie sie selbst.

Vor dem Finale beglückte Amzone das Publikum mit zwei Performances, was nach dem Scheitern eines Tanzpartners aus dem Publikum den Shotta in mir weckte und ich nicht anders konnte, als Amzone selbst in bester Dancehall-Manier über die Bühne zu schubsen. Das Finale zwischen Steffi, die mit einem Namenssticker auf ihrem Gesäß punktete, und Jumbie, die ihren „Tik-Tak“ mit dem „Dutty Wine“ zu kombinieren wusste, war mit 45 Sekunden pro Tänzerin sehr schnell vorbei. Dennoch konnte sich die Jury auf eine Gewinnerin einigen: Jumbie aus Hamburg ist die deutsche Dancehall Queen 2007 und darf Deutschland im nächsten Jahr auf internationalem Tanzparkett repräsentieren.

 
     
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Text von Paul Spurny

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 01/08

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