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     Makasound  
     From Inna & Outta De Yard  
  Text von Helmut Philipps  
  Innerhalb von fünf Jahren und mit mittlerweile 40 Alben hat sich das Pariser Label Makasound auf eine Position gedrängt, die bislang von dem Londoner Label Blood & Fire gehalten wurde: die erste Adresse für liebevolle und hochwertige Restaurierungen verschollener oder unentdeckter akustischer Schätze jamaikanischer Tonkunst aus der prä-digitalen Roots & Culture Ära. Nun haben die Franzosen endlich einen deutschen Vertrieb gefunden.

Die Geburtsstunde von Makasound datiert sich auf März 2002. Der zufällige Zeugungsakt vollzog sich wenige Monate zuvor auf den Straßen Jamaikas in einem Kleinwagen, mit dem zwei junge französische Roots-Fans und ein älterer jamaikanischer Veteran über die Insel cruisten. Nicolas Maslowski und Romain Germa waren aus Europa angereist, um einige ihrer alten Helden für ihre Internetseite „Soundicate“ zu interviewen. Durch vorausgegangene Kontakte waren sie bei Winston McAnuff untergekommen und der drückte bei jeder Fahrt eine Kassette mit unveröffentlichten Aufnahmen in den Player des Autoradios.
Songs, die er in den letzten 23 Jahren bei Aquarius, Music Mountain und Bunny Lee aufgenommen hatte. Genug Material für ein komplettes Album, dem Winston den Namen „Diary Of The Silent Years“ geben wollte. Nicolas und Romain waren hin & weg und versprachen, nach ihrer Rückkehr in Frankreich ein Label für eine Veröffentlichung zu suchen. Da sie die Zusage nicht halten konnten, beschlossen sie, selbst eine Company zu gründen und die Platte in Eigenregie rauszubringen. Es wurde der Grundstein eines Labels, das sich selbst die Aufgabe stellte, „real Crackers aus den verschlungenen Höhlen der jamaikanischen Musik“ ans Tageslicht zu bringen. Das Label bekam den Namen Makasound.

Von Anfang an setzten sie auf hochwertige Produkte. Alle Aufnahmen wurden neu gemastert. Jede CD erhielt neben Bonus-Maxis und Dubs ein dickes Booklet mit biografischen Angaben, unbekannten Fotos, Songtexten, Informationen zu den Sessions und - wenn möglich - ein Interview mit dem Artist. Innerhalb kürzester Zeit hatte man einen beeindruckenden Katalog zusammen: Hugh Mundell, The Meditations, Knowledge, Delroy Williams, The Mighty Trees, Linval Thompson, Leroy Brown, Alton Ellis, Carl Harvey, Leroy Smart oder kürzlich The Slickers und aktuell die englischen Black Roots mit ihren Aufnahmen für John Peel. Jedes Album eine kleine Sensation.

Im Sommer 2004 waren Romain und Nicolas mal wieder in Jamaika und arbeiteten bei Harry J an einem Crossover-Album mit Winston McAnuff. An den Neuaufnahmen beteiligt war auch der legendäre Earl „Chinna“ Smith. Während einer kurzen Arbeitspause erzählte ihm Nicolas von seiner Idee, ältere Artists mit ihren alten Songs neu aufzunehmen. Und zwar so wie es damals war: irgendwo in einem Yard mit Akustikgitarren und Nyahbingh-Drums. Ohne Overdubs, ohne Korrekturen. „Es hat fünf Minuten gedauert und Chinna war überzeugt.“ Seitdem gibt es die erfolgreiche „Inna De Yard“-Reihe, hier & da sogar mit Bonus-DVD. Old school recording als „unplugged“ Idee mit dem Charme des Unperfekten. Kiddus I kam so zu seinem ersten Album, die Viceroys erlebten einen ihrer besten Tage. Chinna selbst, die Congos, Linval Thompson, Junior Murvin und andere wurden bereits veröffentlicht, Prince Alla und die Mighty Diamonds liegen noch auf Halde.

Inzwischen hat man sich auch an neue Studioproduktionen herangewagt, die bislang jedoch alle von außerhalb Jamaikas kommen. Wie der junge Takana Zion aus Guinea und der Nigerianer Bishop. Das mutigste Projekt mit bereits zwei Alben ist der militant-marxistisch-muslimische FC Apartride UTD. Ein rockig-raues Trio aus Serbien mit sattem Scientist-Bass und 80er Jahre Flair, weit entfernt vom Reggae-Mainstream, dafür aber ganz nah an Realpolitik mit Texten wie: „What an occupation to throw bombs on a innocent nation. What an occupation to be a soldier of United Nation.

Alle Alben gibt’s im Makasound-Online-Shop oder über Rough Trade in jedem Plattenladen.

 
     
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Text von Helmut Philipps

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 01/08

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