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27.04.2009 - Und da sind sie wieder: Drei Busladungen Belgier stehen vorm Wuppertaler U-Club. Was geht denn hier ab? Nicht weniger als ein Dubplate-Massaker! Der legendäre Jaro-Selector Ricky Trooper trifft auf die Jungspunde von Civalizee. Jamaika gegen Europa. Madness gegen organisiertes Soundbusiness. „Serial“ gegen „Barefoot Killer“. Eine unterhaltsame Nacht steht bevor. Im Club sorgt der aus der Zwangspause (Hörsturz) wiedergekehrte Selector Ditch mit Riddims wie „Sidewalk University“, „Martial Arts“ und „Dark Again“ für Kriegsstimmung, die Massive grölt und testet schon mal ihre Trillerpfeifen. Danach wird ausgelost, Trooper legt los. Ein Acapella-Intro von Konshens lässt hoffen, darauf folgen das programmatisch gemeinte „Winner“ und Bugles „What I’m Gonna Do“. Danach switcht er den Style und spielt eine Selection auf dem rootsigen „Lalibella“, punktet mit „Doh“ von Serani und Bugle und spielt seine Standard-Selection auf dem „Sick“-Riddim, die man natürlich schon oft gehört hat. (Übrigens erschreckend wie viele sich von Beenie Mans Schwulendisses mitreißen lassen.) Keine überragende Runde, doch noch kann man hoffen, dass Trooper sich im Laufe des Abends steigern wird. Civalizee-MC Buda lässt kein gutes Haar an der Performance von Trooper: „You play boring“ und „You play hype tunes from two years ago“ sind Beobachtungen, die leider nicht weit hergeholt sind. Die Belgier haben die Massive relativ bald im Griff und nach einem A.R.P.-Intro hagelt es klassische Riddims wie „Far East“, „Promised Land“, „Stalag“ und „Intercom“. Zum Schluss Bounty Killers „Coppershot“, Mavado mit „Money Changer“, „So Special“ und Seranis „No Games“. Die Leute feiern und eine kurze Abstimmung unterstreicht, dass Civalizee die Nase vorn haben. Trooper geht mit einem Tune, der an die deutsche Nationalhymne angelehnt ist, in die zweite Runde und kassiert direkt Buhs. Nett gemeint, aber diese Art von Nationalstolz ist natürlich nichts für die deutsche Reggae-Massive. Ein Tanya Stephens-Plate beruhigt die Gemüter und bald folgt eine geile Selection auf dem „Anger Management“ und jede Menge Vybz Kartel. „This is not RIDDIM Clash, where you cut some custommades and win“, pöbelt Trooper, doch mit einem Kartel-Custommade spielt er zum Ende der Runde den frischesten Tune des Abends. „Ah Wah Do Dem“ auf Lee Millers „Evil Medz“ hätte in Jamaika wahrscheinlich jeden Dance zerstört, doch das deutsch-belgische Publikum konnte herzlich wenig mit der düsteren Kriegshymne anfangen. Buda hat in der nächsten Runde wieder einige freche Ansagen parat. In Anlehnung an Troopers Spruch des Abends, „I’m gonna do this all night long!“, fragte der Belgier: “What you gonna do all night long? Play boring like dat?” Wieder spielten die Belgier eine druckvolle Runde und gaben ihr mit Burro Banton, Reggie Stepper und Cobra ein wenig Retrotouch. Weiterhin nutzte Buda die Verwicklung Ninjamans in den Mord an einem Mann namens „Ricky Trooper Junior“ aus: „Do you want fi see Ninjaman kill Ricky Trooper Senior?“. Und schon schallte Ninjas „Murder Dem“ aus den Boxen. Assassin und Shaggy auf dem „Baddaz“ und „The Mission“ waren weitere Tunes, mit denen Civalizee punkten konnte. Host Mattia ersparte sich nun sogar die Frage nach dem Zwischenstand. In der dritten Runde spielte Trooper seine Selection auf dem „Cuss Cuss“, die aber kaum zündete. Da schon eher die folgenden Kartel-Tunes auf dem „Wipe Out“-Riddim. Zum Ende der Runde zückte er noch eine kleine Überraschung: „Idiot Sound“ von Cornadoor! Doch Civalizee sollten nicht an Biss verlieren und punkteten mit einem „Rudie“-Plate: „A bullet to you Rickyyy!“ Den Vogel schossen sie im weiteren Verlauf mit Mykal Rozes „Shoot Out“-Nachfolger ab: „Bad ah yard, can’t come abroad“, beschrieb mehr als treffend die Schwierigkeiten, die Ricky Trooper hatte, das europäische Publikum zu begeistern. Die danach folgenden Bashment-Dubs, wie Bujus „Sound Fi Dead“ auf dem „Eye Of The Tiger“-Riddim sorgten ebenfalls für gute Stimmung. In die vierte Runde startete Trooper mit Bujus „Trooper Can’t Dead“ als Counteraction und bekam für die nachfolgenden Papa San- und Stitchie-Plates dicke Forwards. Kartel und zwei Beenie Man-Stücke auf dem „Stage Time“ rockten ähnlich gut, doch zum Ende hin verlor Troopers Runde an Drive. Daran konnte auch eine Sizzla- und Sugar Minott-Combination nichts ändern. Buda hatte nach wie vor keine Gnade mit Trooper, der sich während der Runden seiner Gegner immer wieder in den Backstage- Bereich zurückzog: „If you can’t take di beating, then you don’t have to come out tonight!“, kritisierte er. In dieser Runde ging auch Civalizee ein wenig die Puste aus, doch immer noch schallten Tunes wie Bounty Killers „Look“, Demarcos „Sort Dem Out“, Cobras „Sista Flex, put dem to rest“ und Lucianos „On The Rock“ aus den Boxen. Um die zahlreichen Kartel-Stücke zu dissen, wurde „Dem Ah Fag“ von Mavado gespielt und als letztes Custommade gab es CeCile, die „Rampin Shop“ coverte. Nachdem die Runden eindeutig an Civalizee gingen, kam nun das Dub Fi Dub, in dem endlich beide Sounds auf Augenhöhe spielten. Trooper punktete hier mit Klassikern von Barrington Levy, Anthony Red Rose und Shinehead, Civalizee gingen mit ihren Plates von Ken Parker, Beres Hammond und Alton Ellis einen Schritt weiter in die Vergangenheit. Wäre nur das Dub Fi Dub entscheidend gewesen, so hätte Trooper wohl noch eine Chance gehabt, doch letztendlich entschied sich die Massive eindeutig für Civalizee. Insgesamt also ein klarer Sieg für die bisher ungeschlagenen Belgier, trotzdem ein interessanter Clash, der einmal mehr zeigte, dass sich die etablierten Sounds aus Jamaika oder Amerika warm anziehen müssen, wenn sie auf ihre europäischen Kontrahenten treffen. Die zweite Besetzung von Civalizee mit King Johnny am Mic rockte noch bis um fünf die Wuppertaler Massive mit einer unterhaltsamen Party-Selection. Weitere Fotos von Horo gibt's unter http://www.reggae-town.de/module-pagesetter-viewpub-tid-6-pid-362.html Den Audio-Mitschnitt hat der U-Club unter http://www.megaupload.com/?d=PDNZRK6T bereit gestellt. |
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