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     1. Euro Cup Clash in Berlin  
  Text von Kai Eckold  
  04.07.2012 - „Soundclash is dead!“, hörte man in den letzten zwei Jahre deutschland- und europaweit, doch davon ließen sich die Promoter von Super Lock aus Berlin nicht abhalten. Am Samstag, den 30.06., ging im Berliner Yaam erfolgreich der erste jährliche Euro Cup Clash über die Bühne. Mit dabei waren die Belgier von Ivory Sound, Big Bamboo aus Italien, die Schweizer Back inna Days (BiD), Splendid Sound aus Polen die Österreicher G Spot Spound und die deutschen Lokalmatadoren von Hakuna Matataa.

Das Clash-Publikum war gegen 1 Uhr noch recht zaghaft vertreten, als Barney Millah mit einem Mix aus Modern Roots und Island Pop das Warm-Up bestreitt. Rund 20 Minuten später füllte sich das Yaam recht fix mit einer gut durchmischten Massive aus dem In- und Ausland. Nachdem die beiden Hosts Spider (Supersonic)und Tommy Doller (City Lock) die Regeln verlesen und die Reihenfolge ausgelost hatten, war endlich angerichtet für den Clash.

Runde 1
Den Clash eröffneten die Österreicher von G Spot Sound, ihre ersten Forwards sammelten sie mit zwei Shabba Ranks sowie „G Spot Kill Fi Fun“ von Bounty Killer. Ihr Custommade von Ce’Cile auf dem “Message”-Riddim am Ende der Runde sorgte für einige Lacher – „What can we do to make this Clash a better war, first we kick our BiD cause them think them better then Ma Gash.“ Die zweiten im Ring waren Hakuna Matata, die schon für mehr Forwards im Publikum sorgten, unter anderem mit ihrem “Three The Hard Way” von Pinchers, Al Campbell und Daddy Freddy. Es folgte eine Premiere: Zum ersten mal spielte bei einem internationalen Soundclash ein polnischer Sound. Splendid Sound sorgten für ein erstes Highlight Clash mit einer Speech gegen „G Spot aka the Pussy Sound“ und einem passenden Agent Sasco-Dub Plate, weiter machten sie mit Romain Virgo auf dem “Major”-Riddim und einem Custommade vom Berliner Boone Chatta, was selbst den Promotern Forwards entlockte. Zudem sorgten sie mit ihren zwei MCs für gute Unterhaltung. Ivory aus Belgien hatten es danach schwer, mit ihrem Set Anschluss zu halten und konnten eigentlich nur mit ihrem Agent Sasco Custommade punkten, in dem der Hakuna mit Ernie und Bert verglich. Big Bamboo machte am Anfang ihrer Runde erst einmal klar, dass es heute nicht um Fussball, sondern um Clash geht. Und mit Dubs von Shabba Ranks, TOK (Custommade) und Tarrus Riley mit „We Run It“ waren sie gut dabei. Den ersten Durchgang beendete der Sound, der schon ohne ein Tune gespielt zu haben die meisten Speeches abbekam. Back inna Days (BiD) aus der Schweiz startete mit einem Loyal Flames Custommade in den Clash und hielt mit einer Mischung aus aggresiven Speeches und guten Dubs das Energielevel konstant hoch.

Erste Eliminierung
Anders als bei anderen Clashs, wo die erste Runde oft nur der Vorstellung der Sounds gilt, wurde nun gleich der erste Sound aus dem Rennen geworfen. Es traf die Jungs von Ivory Sound, die als erste ihre Taschen packen durften.

Runde 2
G Spots zweites Set reichte von Beres Hammond über eine Combination von Courtney Melody und Burro Banton, dem “Come Down”-Riddim bis zu einem Das EFX-Dub, womit sie den größten Forward einheimsten. Hakuna Matataa setzte weiter auf Oldschool Dancehall-Style und sammelten Forwards mit Frankie Paul „We Ram Dancehall“ und einer New York-Combination von Lloyd D Stiff und Super C. Die Jungs von Splendid Sound starteten ihre Runde mit dem wohl größten Forward des Abends, das sie einem Dr. Evil Custommade verdankten, wo er Cee Lo Greens „Fuck you“ neu interpretierte. Schon in der ersten Runde fielen sie dadurch auf, dass sie konnten einen guten Vibe mit der Massive aufbauen konnten, was einigen Sounds an dem Abend schwer fiel. Italiens Vertreter Big Bamboo begann mit zwei Jr. Gong-Specials, die jedoch nicht besonders gut ankamen, anders als Bounty Killer. Die Runde beendeten sie mit einem Jiggy-Segment auf dem “Calabria”-Riddim. Etwas irritierend, da sie bis dahin gut dabei waren, sich die Gunst der Massive zu erspielen. BiD bedankte sich zunächst für die Promo, die sie über den Abend in form von Name-Calling oder Custommades gegen sie bekommen hatten. Es folgte erneut eine überzeugende Performance der Schweizer, die sehr selbstbewusst auftraten. Zentrale Segmente ihres Sets waren der “Jerusalem”- und der “War”-Riddim, unter anderem mit Cobra, Tarrus Riley und Sizzla. Zudem beschwerte sich Mr. T ( MC von BiD), dass die anderen Sounds zwar viele Shabba Ranks spielten, aber nicht den richtigen dropte „Heart of a Lion“.

Zweite Eliminierung
Nach der zweiten Runde mussten zwei Sounds das Zeitliche segnen, BiD und Splendid waren nach dem ersten Voting sicher durch, die Entscheidung fiel zwischen G Spot, Hakuna und Big Bamboo. Das Voting war sehr eng, die Jungs von Hakuna Matataa hatten Glück, noch eine Runde weiter zu kommen, so dass G Spot und Big Bamboo die Segel streichen mussten.

Runde 3
Hakuna Matataa eröffnete kurz vor vier Uhr die letzte Runde vor dem Dub fi Dub mit drei Beres Hammond sowie zwei Ninjaman, einmal in Kombination mit Ninjaford, einmal mit Gregory Issacs. Den ersten größeren Forward konnten sie mit Mavado ernten, welcher bescheinigte „Hakuna Take Life“. Obwohl es weitere Forwards für G Whizz und wieder einmal für Bounty Killer sowie den abschließenden Baby Cham gab, war es in den Augen der Massive ihre schwächste Runde. Splendid Sound erntete zunächst einige „Buuhs“, nachdem sie sich drei Playbacks geleistet hatten, aber dann konnten sie wieder Vibes aufbauen und ernteten mit Mr. Lexx’ „Transformer“ und Dr. Evils Version von „Waving Flags“ wieder Forwards. Erneut eine starke Performance ohne Ausfälle zeigtem Back inna Days, die sich mit „96 Degrees” schon mal für das Dub fi Dub warm spielten. Zudem zockten sie noch Sluggy Ranks, Frankie Paul, Bounty Killer und zum Abschluss Vybz Kartel.

Dritte Eliminierung
Back inna Days kam sicher ins Dub fi Dub, aber zwischen Hakuna und Splendid wurde es sehr eng und das Publikum musste mehrmals befragt werden, bis endlich feststand, dass Splendid ins Finale einziehen würde.

Dub Fi Dub
Für das Dub fi Dub galt, „wer als erster sechs Tunes gewinnt, gewinnt den Clash“. Ein Punkt, der im Laufe des Dub fi Dub noch wichtig werden sollte. Den ersten Punkt im Finale kassierte Splendid Sound mit „Satta Massagana“ von den Abyssinians. BID konnte mit den Slickers ausgleichen. Die dritte Runde wurde nach mehrmaligem Fragen als unentschieden gewertet, so dass keiner einen Punkt bekam. Nach der vierten Runde ging BiD mit Appel Gabriel mit 2:1 in Führung, ehe sie Splendids Mighty Diamonds „Roof over my Head“ mit der Speech, „You look more like a homeless guy, that you don’t have roof over your head“, und Derrick Morgans „Blazing Fire“ konterten. Erneut konntesich die Massive nicht entscheiden – wieder Unentschieden. Runde sechs ging an BiD, die jetzt mit 3:1 vorne lagen. Danach kippte die Stimmung zugunsten von Splendid. Sie kamen mit Ken Booth „Everything i own“ auf heran und glichen mit Llloyd Parks aus, was aber auch dadurch begünstigt wurde, dass BiD in der achten Runde ihren Bunny Wailer aus Runde sieben nochmal anspielten. Nun war es ein richtiges Finale – jeder brauchte noch einen Punkt, mit dem letzten Tune fiel die Entscheidung. Splendid entschied sich für John Holt mit „The Tide is high but your sound go down“, was einen guten Forward bekam. BiD wirkte nach dem Fehler der letzten Runde etwas resigniert, konnte aber auch noch gute Forwards mit Toots und „Monkey Man“ einfahren. Doch die Überraschung war perfekt, die polnischen Splendid als erster Sound aus Polen bei einem internationalen Kräftemessen den ersten Euro Cup Clash.

Fazit
Splendid hatten durch ihren Juggling-Clash Style und ihrer Zwei-MC-Taktik den Unterhaltungsfaktor auf ihrer Seite und lebten von ihren Hype-Momenten, die ihnen über die desaströse dritte Runde hinweghalfen. Back inna Days zeigten durchgängig die stabilste Leistung. Tunes, Speeches und Juggling waren über den gesamten Clash on point. Generell ist aufgefallen, dass sehr wenig New Tunes gespielt, sondern eher alte Recken wie Ninjaman, Mad Cobra und Bounty Killer gezogen wurden. Grundsätzlich darf sich Berlin und die Clash-Welt über einen von nun an regelmäßig stattfindende Clash-Reihe freuen. Die nächste Auflage soll bereits im Winter stattfinden.

Die Audios gibt es unter http://citylocksound.com/superlock/superlocks_euro_cup_2012.zip

 
     
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