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     Rototom Sunsplash 2012 – Celebrating 50 Years of Reggae Music  
  Text von Ellen Köhlings  
  27.08.2012 - Für die 19. Auflage des Rototom Sunsplash strömten täglich über 25.000 Menschen aus 96 Ländern ins beschauliche Benicassim und feierten bei garantiert sommerlichen Temperaturen sieben Tage lang einen utopischen Lebensentwurf.

Rezession und Rettungsschirm hin oder her, die spanische Reggae-Massive ließ sich nicht davon abhalten, zahlreich zum Rototom Sunsplash zu pilgern. Vielleicht waren es gerade die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit, die ökonomischen Untergangsszenarien, fehlende Zukunftsperspektiven und der damit verbundene Druck, die etliche junge Spanier Richtung Benicassim trieben. Sieben Tage verschnaufen, sich mit Gleichgesinnten austauschen, Kraft tanken, sich mit neuen Ideen und Ideologien auseinandersetzen oder sich einfach nur der heilenden Wirkung von Musik hingeben. Enter a utopian dream!

Schon am Vortag wurde das Städtchen Benicassim mit einem Free Concert von den Dennis Alcapone & Winston Reedy, Mighty Diamonds sowie Pablo Moses auf dem Dorfplatz mit ins Geschehen eingebunden. Überhaupt ist das Rototom Sunsplash kein Festival im üblichen Sinne. Es kommt eher einer ganzheitlichen Therapie gleich, bei der Mind, Body & Soul in Einklang gebracht werden. Obwohl die Musik – Reggae in all seinen Spielarten – im Fokus des Geschehens steht, wird sie im Vergleich zu anderen Großevents in einen kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Kontext gestellt. Sei es durch politische Debatten, Einbindung von NGOs, Filmvorführungen, Fotoausstellungen, die Reggae University oder das House of Rastafari. Körperliche Erholung bieten Massagen, Yoga-Kurse oder einfach Verschnaufpausen in einer Hängematte. Für die Seelenmassage ist der Sound zuständig, der einen bis in den letzten Winkel des Geländes gefangen nimmt. Wenn dann noch das ganze Areal bis ins kleinste Detail künstlerisch liebevoll und farbenfroh gestaltet ist, die Preise stimmen und trotz großem Andrang immer auch genügend Sitzplätze vorhanden sind, trifft man auf eine glückliche wie zufriedene Massive, auf viele Familien und auf einen Vibe, der seinesgleichen sucht. Und dieser Vibe überträgt sich auch auf die Artists.

Es gab etliche große Momente auf der Hauptbühne, doch einige Acts – da waren sich viele einig – stachen besonders hervor. Tanya Stephens lieferte ihre bisher beste Vorstellung in Europa ab, die gleichermaßen mit Humor und Messages gespickt war. In höheren musikalischen Sphären schwebten Sly & Robbie, Ernest Ranglin, Tyrone Downie und Bitty McLean. Beres Hammond, Barrington Levy, Alborosie, Tarrus Riley und Dean Fraser stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie Garanten für außergewöhnlich gute Performances sind. Auch der Name Raging Fyah wird vielen nach ihrem ersten Rototom-Auftritt im Gedächtnis bleiben – remember: „Music isn’t biased“. Da die von RIDDIM mitveranstalteten Reggae University-Sessions manchmal länger gingen, verpasste ich den von vielen gefeierten Auftritt der Congos und konnte nur noch das Ende von Etanas Performance sehen, doch die Reaktionen des Publikums zeigten, dass auch sie auf ganzer Linie überzeugt haben musste. In der Dancehall-Arena heizten alle Sounds der Massive ein, die Temperaturen zum Kochen brachten vor allem Jugglerz, Rory von Stone Love, Black Chiney, Heavy Hammer und Ricky Trooper. Im Ska-Bereich verwöhnte Clive Chin das Publikum mit bisher unveröffentlichtem Material von der 17th North Parade. Und in der Dub Station fütterte Jah Shaka in der letzten Rototom-Nacht seine Jünger – darunter ein begeisterter Ricky Trooper – bis zum Morgengrauen mit Roots- und Dub-Raritäten.

Zu den Highlights in der Reggae University zählten die Sessions über Frauen im Reggae mit Etana, Marcia Griffiths und Tanya Stephens, über Roots with Quality mit Michael Rose und Niney The Observer, über Dub in Babylon mit Jah Shaka, Neil Perch und dem Buchautor Christopher Patridge, über Sound System-Kultur mit Ricky Trooper und Bass Odyssey sowie mit Johnny Osbourne über seine Karriere. Alle Beteiligten waren erfreulich redselig und ich hatte das Gefühl, das interessierte Publikum konnte so manch interessante Erkenntnis mit nachhause nehmen. Das galt auch für die Session über die New Movement in Jamaican Arts mit dem Filmemacher Storm Saulter, der Band Raging Fyah und dem Stone Love-Selector und Roots-Produzenten Rory, doch leider sorgten technische Probleme bei der Vorführung von „Better Mus’ Come“ dafür, dass die Session nicht so reibungslos ineinandergriff wie geplant. Wenig aufeinander abgestimmt wirkte auch die diesjährige Trendfrisur auf dem Festival, Vokuhila in der Dreadlocks-Variante.

Muchos gracias, Rototom Sunsplash! Auf die nächsten 50 Jahre jamaikanische Musik und aufs nächste, 20. Rototom Sunsplash!

Erste Videos vom Rototom Sunsplash gibt es auf der Festival-Seite, Fotos halten die Kollegen von Reggaeville.com bereit.

 
     
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