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     Internetcheck  
  Text von Jens Olaf Koch  
 

Reggae, Rausch und Radeln

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Selbst wenn die Reise nur von Köln zum Flughafen Hahn führt, um beim Rodigan-Bashment zwei Tage Sound System-Kultur zu genießen. Zum Beispiel könnte man erzählen, wie man auf der Hinfahrt die „Dancehallfieber 3“ in den CD-Player schiebt und irgendwann im Takt mit Monos „Zivicops“ - eenee-meenee-minee-mo, auf Kontrolle hab ich keinen Bock! - in die unmittelbare Nähe vertrauenerweckender Landespolizeischulen rollt. Man könnte auch erzählen, wie kampfmonturierte Einsatztrupps Scheinangriffe proben oder am Eingang Besucher aus der Schlange gezogen werden, um in schummrigen Container-Separees von unseren Big Bredren durchsucht zu werden. Man könnte vielleicht auch erzählen, dass es leider nicht ausreicht, auf Kontrolle keinen Bock zu haben, wenn alle Zufahrtsstraßen am Morgen nach dem Festival mit Roadblocks gepflastert sind.Wer Reggae nicht nur hört, sondern auch lebt, muss immer den unverhofften Kontakt mit den hiesigen Ordnungshüterlis einplanen. Die suchen dann womöglich nach verbotenen Dingen. Entweder im Gepäck. Oder in Speichel, Schweiß, Urin und Blut. Aus gegebenem Anlass bietet dieser Internet-Check prophylaktische Lebenshilfe zum rauschnahen Autofahren. Die bekannten Regeln: Kiffen (= Konsum) ist erlaubt. Besitz von THC-haltigen Stoffen nicht. Betrunken oder bekifft Auto zu fahren ist nicht nur verboten, sondern dämlich.

Kiffertest

www.partypack.de/inhalt/k-droinfo/k-cannatest.htm

Wer auf dem Summerjam war und den Doppeldecker-Bus der Kölner Drogenhilfe besucht hat, der kennt ihn vielleicht: den Online-Kiffertest. Riddim ist nicht das Hanfblatt und Kiffen nicht grenzenlos gut. Ein wenig Selbstkontrolle kann nicht schaden. Mein Selbsttest war vertrauenerweckend. Hoffe, eurer wird’s auch.

BTM und Verkehr

www.spiegel.de/panorama/0,1518,204904,00.html

Bis vor Kurzem musste jeder, der mit illegalen Drogen erwischt wurde, damit rechnen, über kurz oder lang unangenehme Post von der Führerscheinbehörde zu bekommen. Die Polizei meldete fast jeden dorthin weiter – unabhängig davon, ob man je berauscht gefahren ist. Und dann ging üblicherweise der Affentanz los. Im Jahre 2002 hat dazu allerdings das Bundesverwaltungsgericht in Berlin neues Recht gesprochen. Einen ersten Überblick findet ihr in diesem SPIEGEL ONLINE-Artikel. Kostet allerdings 40 Cent. Dafür lernt ihr Micropayments via Firstgate kennen und habt eine weise Kosten-Nutzen-Abwägung erfolgreich hinter euch gebracht.

Dasselbe umsonst

www.jurathek.de/showdocument.php3?ID=4676

Ohne Micropayments gibt es auch hier was zum Thema. Ganz wichtig: Erst nach in der Regel zwölf Stunden, manchmal erst nach 24 Stunden ist der THC-Gehalt im Blut auf 0 gesunken. Es gibt keine Untergrenze wie beim Alkohol! Hopp oder topp! Also ganz sicher gehen, dass man eine echte Nullrunde dreht. THC-Abbauprodukte haben übrigens eine viel längere Halbwertszeit.

Jurathek ohne Ende

www.jurathek.de/showcategory.php3?ID=2

Zitieren wir Michael Hettenbach, Rechtsanwalt und Spezialist im Bereich Verkehrsrecht und Drogen, der diese Site betreut: „[Es] ist in keinem anderen Bereich [als bei Cannabis] als ansonsten gesetzestreuer Bürger die Gefahr so groß, ins soziale Abseits zu geraten und/oder kriminalisiert zu werden. Die rechtlichen Möglichkeiten sind beschränkt, Grund genug, zumindest vermeidbare Fehler zu vermeiden.“ Deshalb sollte man auch die anderen Beiträge der Jurathek ein wenig abchecken. Um ein bisschen zur Fehlervermeidung anzuspornen, lege ich euch das Thema MPU dringlichst ans Herz. MPU heißt „Medizinisch-Psychologische Untersuchung“ und ist vielen eher als „Idiotentest“ bekannt. Trotz der erwähnten geänderten Rechtsprechung droht eine solche MPU beim bekifften Fahren und weiterem regelmäßigen Konsum ganz schnell. Ist super teuer, super nervig - und rund 30 Prozent dürfen danach verdammt lange oder nie wieder Auto fahren. Und deshalb frag ich euch ganz deutlich: Seen? Hör ich nun aus 40.000 Kehlen „Yeah, mon“, dann ist die Botschaft angekommen...

Auf Fremdkontrolle hab ich keinen Bock

www.drogenpolitik.org/download/flyer/personenkontrolle.pdf www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/nachweis.html www.pro-o-med.de/PRODUKTE/produkte.html

Noch drei praktische Tipps. Zum einen ein kleiner Flyer zur Vorbereitung auf Verkehrs- und Personenkontrollen, formuliert vom Verein für Drogenpolitik. Und eine Information des Suchtzentrums Leipzig zu Nachweiszeiten nach Drogenkonsum. Und für genetisch neugierige Menschen wie mich ein Link zu einem Hersteller, von dem man sich für billig Geld (ab 10 EUR) mal einen THC-Urintest nach Hause kommen lassen kann. Urinieren geht über Studieren!

Total am Rad drehen

www.infinitewheel.com

Okay, nach so viel hartem Futter raucht vermutlich der Kopf. Den bekommt ihr wieder frei, wenn ihr unserem Dubspezialisten René Wynands zu einer seiner Lieblingsseiten im Netz folgt. In wunderschöner Flash-Optik kann man bei Infinite Wheel wirklich endlos am Rad drehen - und zwar mit der Maus und ein paar Tasten. Es stehen neun Settings bereit, um Dub-Loops aus feinsten Quellen selbst anzuwerfen und mit feinsten FX aufzupeppen. Da wurde geraubt und gerippt oder lizensiert bei Perry und den Upsetters, King Tubby, den Roots Radics und Alpha & Omega. Eine erstklassige, spaßige, chillige, psychedelische Site, die ihresgleichen sucht: mit Flash Player 6, verdammt viel Zeit und gnadenloser Neugier im Gepäck. Da heißt’s auf alles zu klicken, was still hält oder sich bewegt: So eine Art Moorhühner, die auch normalen Menschen Spaß machen!

 
     
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Text von Jens Olaf Koch

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 04/03

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