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     One Riddim Sampler  
  Text von Uzz  
 

Von Special Delivery Music kommen nun auch die ersten beiden One Riddim-Releases auf den Markt. Interessant ist der Aufbau allemal, besteht die Hälfte jeder CD aus bekannten jamaikanischen Künstlern, der zweite Teil widmet sich jedoch französischen Artists – ein best of both worlds sozusagen! Der Clean Vibes ist ein klassischer One Drop Riddim mit gelungenen Performances von Michael Rose, Turbulence und Chukki Star, allerdings auch Enttäuschungen wie Wonneproppen Harry Toddler. Die Franzosen sind mir gänzlich unbekannt, machen aber durchaus einen soliden Eindruck. Grundidee und Produktion sind gut gelungen aber im Voicingbereich für nicht Frankophile vielleicht etwas zu dünn, um einen Kauf zu rechtfertigen. Der Storm Alarm ist hierzulande dank Gentleman & Tamika’s „Rainy Days“ eh ein bunter Hund im Riddimgeschäft. Auch hier sind mit Luciano, Admiral Tibet und Ras Shiloh noch ein paar solide Tunes am Start aber am Ende stellt sich das gleiche Problem wie beim Clean Vibes. Zu wenig wichtige Tunes fürs Geld, was die Franzosen durchaus anderes sehen werden. Von Greensleeves/Rough Trade kommt diesmal lediglich der Bomb A Drop, produziert von Mario C, also der Nachfolger vom Scoobay. Der Junge scheint auf jeden Fall elektronischer Musik nicht abgeneigt zu sein, denn auch hier wurde den Artists wieder eine Techno-Kandare angelegt, der man sich nur sehr schwer entziehen kann. Cobra und Kartel toben sich am besten aus und auch T.O.K., Macka Diamond, Razor und Beenie Man sind mit dicken Tunes dabei. Tony Matterhorn scheint sich in einer unbeobachteten Sekunde ebenfalls ans Mic geschlichen zu haben, anders ist dieser Totalausfall nicht zu erklären. Predator ist ebenfalls wieder ordentlich am stylen und hat auf „Dutty Rankin“ man höre und staune endlich neue Lyrics! Wer Bascom X auf Hard Times liebte wird ihn hier hassen. Insgesamt ein monströser Riddim, den man ohne Zicken eintüten kann. Lenky Marsden war ebenfalls nicht untätig und hat seinen neuesten Streich wieder an VP/Groove Attack verhökert. Das Party Brett hört auf den Namen Bubble Up und beinhaltet alle lenky-esquen Elemente, die man so braucht um einen Dance abzufackeln. Natürlich nervt das dämliche Clapping auf die Dauer, aber irgendwie wächst es einem dann doch wieder halbwegs ans Herz und man überhört den Recyclingfaktor zeitweilig. Drums und Clapping dominieren auf jeden Fall das Geschehen, Uptempo war ja eh klar und auch Teile der üblichen Gang haben wieder im Studio schwitzen müssen. Elephant Man hat endlich mal wieder einen soliden Tune abgeliefert, Zumjay ist für seine Verhältnisse überdurchschnittlich dabei und Voice Mail’s „A Nuh Your Fault“ setzt sich eiskalt an die Spitze. Assassin scheint sich in Lenky’s Umgebung auch wohl zu fühlen und auch Degree geht ok. Es sind vor allem Neulinge und Zöglinge, die diesen Riddim gestalten, und die Tatsache dass Bounty, Beenie und T.O.K. fehlen fällt nicht wirklich ins Gewicht. Auch Mo Music Chef Flabba Malcolm hat seine Ruckus Selection bei den Chin’s (VP) in die Drop Box zwecks Zweitverwertung geschmissen. Ein bisschen Gitarre, ein bisschen Clapping und einfach mal mindestens 15 Monate zu spät. Flabba war eigentlich immer mein Mann, aber die kreative Pause ist ihm wohl nicht wirklich bekommen. Auch die nette Flöte im Hintergrund zieht die Karre nicht aus dem Dreck. An der Selection motiviert aber auch wirklich gar nichts, selbst die Artists scheinen sich auf dem Riddim gelangweilt zu haben. Zu den Akten, weiter im Text! Bei VP/Joe Frasier gibt’s den Peanut Vendor meets Bongo Nyah-Sampler. Beides relativ leblose Lovers Selections an denen sich die Geister wohl scheiden. Manche Selekta überhäufen Joe Frasier Produktionen grundsätzlich mit Lorbeeren wobei das manchmal doch etwas realitätsfremd wirkt. Auch hier wurde am Ende des Tages nur nach der Devise aus Alt mach Neu gearbeitet. Keine Frage daß Marcia Griffiths’ „Back In The Days“ zum Besten aus 2004 zählt und ihr Comeback Tune schlechthin ist, aber Dino und Tinga Stewart stören extrem und auch Glen Washington scheint sich in einem Karrieretief zu befinden. Da kann er liebsäuseln wie er will, irgendwann hat man auch davon genug und so wirklich gut klingen tut „Roller Coaster Ride“ nicht wirklich. George Nooks singt alles andere als überzeugend den Gregory Isaacs Klassiker „Top Ten“ nach und einzig Freddie McGregor’s „Nu Bada“ überzeugt als zweiter Tune wirklich. Der Bongo Nyah ist ähnlich wacklig auf den Beinen mit Tanya Stephens, Glen, Fiona, Lloyd Brown und Wayne Wade unterwegs. Solide einfache Fließbandproduktion leider ohne jeden Höhepunkt. Nett und harmlos nölen sich die Artists hier aus. Am Ende des Tages wird es wahrscheinlich Einige begeistern und bei ebenso Vielen nur ein Gähnen hervorrufen. Der Boss Riddim der Ausgabe kommt von Don Corleon und ist seit letztem Sommer bereits als Drop Leaf unterwegs. Vorstellen braucht man die One Drop Conscious Selection wahrlich nicht mehr, Hits gibt es am Fließband von Sizzla, Jah Cure, Luciano, Gentleman, Morgan Heritage, Maxi Priest und allen voran das grandiose „Footprints“ von T.O.K. ihrem wahrscheinlich bisher besten und ernsthaftesten Tune überhaupt. Einzig Bounty Killer scheint sich im Studio geirrt zu haben. Dieses Meisterwerk muss man haben und gehört fortan zur Grundausstattung in jeden Haushalt. Das Gerümpel was am Straßenrand liegen blieb hat Jet Star mal wieder aufgesammelt und in der Riddim Rider Serie untergestellt. Die Baby Love-Selection ist 08-15 Dancehallschrott von Harvel Hart für Fire Foundation produziert. Wer das kaufen soll ist mir schleierhaft, dabei sind genug Stars mit im Boot. Das Ergebnis ist ein Armutszeugnis par Excellence, schlechter Riddim, uninspirierte Tunes und kein bisschen zeitgemäß. Pfui Deibel! Der nächste Sampler ist auch einen Lacher wert. Der Father Jungle Rock, vor Monaten bereits auf Beenie’s Free Willy Label released, wird auch als Album nicht besser. Schlechter Plastikmüll mit großem Aufgebot allerdings ohne jede Substanz. Auch hier sehe ich kein Konzept sondern eher Hilflosigkeit. Der I-Wayne Hit war übrigens nicht auf dieser Selection! Deutlich besser als seine In House Konkurrenz ist der Top Flossing von Richie B. Wirkt sehr tanzbar und geschmeidig produziert hätte da nur nicht die Zensur ihre Schmierpfoten im Spiel gehabt und z.B. den Ele-Tune zerstückelt. Reinhören lohnt allemal.

 
     
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Text von Uzz

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 03/05

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