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     One Riddim Sampler  
  Text von Uzz  
 

Die South Rakkas Crew aus Florida hat sich entschlossen eine eigene Sampler Serie ins Leben zu rufen, um hauseigene Selections unters Volk zu bringen. Der erste Release aus der „Riddim Riddin“ Reihe ist der „Bionic Ras“. Daß die Crew für experimentelle Produktionen steht ist seit „Clappas“ und vor allem „Red Alert“ hinreichend bekannt, und so verblüfft es wohl kaum dass bei der aktuellen Selection noch einmal kräftig draufgesattelt wurde. Der Bionic Ras ist wild, ungezügelt und vor allem unberechenbar und somit kaum in eine gängige Schublade einzuordnen, verschmelzen doch hier Elemente aus Techno, Elektro, Dancehall und Soca zu einer neuen undefinierbaren explosiven Masse, die bis dato einzigartig sein dürfte und wieder einmal für die innovative Produktionsart der South Rakkas Crew spricht. Tempotechnisch bewegt sich der Riddim bei satten 125bpm. Capleton’s „Long Time“ könnte man durchaus als Lead-Off Tune bezeichnen, steht er doch für eine Rückkehr in eine Zeit als noch paarweise getanzt wurde und Single Man Dance Styles unbekannt waren. Bounty’s „Mad Love“ hat ebenfalls mächtig Dampf unter der Haube und könnte im Club für einigen Schaden sorgen. Kartel, Beenie Man, Sizzla, Cobra und Gabriel sind natürlich auch mit gutem Output dabei und runden das Gesamtbild hervorragend ab. Bei Greensleeves gibt es gleich fünf neue Sampler. Der erste ist der „Sunblock“, produziert von Irie FM’s DJ Sunshine mit Hilfe von Christopher Birch. Auffällig ist die Anzahl an weiblichen Künstlern, die hier versammelt wurden, um dem Riddim Leben einzuhauchen. Makka Diamond ist natürlich dabei, ebenso Ce’Cile, Lady G und Newcomer Alaine. Alles ganz passabel und zuweilen amüsant, aber doch recht harmlos auf die Dauer. Bei den Herren sollen Vybz Kartel, Beenie Man, Alozade und Bling Dawg für Furore sorgen, aber auch hier zündet kaum ein Tune so richtig. Einzig Busy Signal vermag sich durch seinen frischen Style etwas vom Rest abzusetzen. Ganz so heiß wie der Name vermuten könnte ist der Riddim am Ende nicht, es fehlen eben Hits und eine signifikantere Produktion. Des Weiteren kommt über England der „Grimey“ Riddim. Hierbei handelt es sich um den Nachfolger der „Spanish Fly“ Selection, der auch wieder von Damian Hall und Nigel Whitfield (Dem Yute Deh) produziert wurde. Das Grundgerüst ist sehr keyboardfokussiert und mit ungefähr 118bpm auf den ersten Blick ziemlich partytauglich. Allerdings macht sich auch hier nach recht kurzer Zeit gepflegte Langeweile breit. Definitiv nichts besonderes, ohne wirkliche Höhepunkte obgleich auch hier wieder die üblichen Verdächtigen im Studio schwitzen mussten. Sizzla beschäftigt sich mit den „Pretty Girls“ dieser Welt während Capleton auf „Hot Suh“ streckenweise fast die Puste ausgeht und er mit lieblosen Füllphrasen vor sich hindümpelt. Bounty’s „Mek Gal“ ist für Killer-Verhältnisse eher Durchschnitt. Craigy T kommt mit einem Solo Tune daher, der sofort ins Ohr geht wenngleich seine Partner von T.O.K. auf die gesamte Distanz doch fehlen. Insgesamt plätschert auch dieser Riddim lieblos vor sich hin, und wer ihn nicht gehört hat wird nichts verpassen. Weiter geht es mit dem „Slingshot“ aus dem Hause Blaxxx. Auch hier geht es mit sportlichen 120bpm relativ flott zur Sache. Der Riddim ist schön locker produziert und wartet mit einigen netten Arrangements auf. Newcomerin Tami Chin gefällt mit „Everytime“ besonders gut und auch Vybz Kartel ist auf „Ready Fi Dead“ wieder in Topform. Fantan Mojah hingegen wirkt etwas verloren, braucht er doch unendlich lange bevor er überhaupt loslegt und was dann kommt wirkt zu punchline-orientiert und lieblos. Beenie Man wiederum scheint sich hier sichtlich wohl zu fühlen und tobt sich auf „Privately“ gekonnt aus. Sean Paul ist mit Dutty Cup Kumpel Looga Man unterwegs, Bad Gal Ce’Cile und T.O.K. sind auch mit dabei. Der Riddim und seine Artists reifen desto mehr Zeit man investiert, und es sind schon einige Top Tunes am Start, die eine Anschaffung rechtfertigen. Der „Bounce“ Sampler ist eine ganz banale Kiste. Es ist Sommer 2005, und es gibt tatsächlich noch Produzenten, die uns mit Clapping foltern wollen. Verantwortlich für diesen Schandfleck ist Byron Murray von In The Streetz. Im Detail hat man es mit einem bemühten Party Riddim zu tun, dessen Keyboard und Clapping Zutaten einfach nicht mehr wirklich zünden wollen. Irgendwie gab es das alles schon mal, nur eben besser. Hitpotential seitens der Artists ist auch nicht wirklich in Sicht. Buju macht auf Dancehall Riddims seit Jahren eine schwache Figur, und auch die drei Stooges Mr. Vegas, Hawkeye und Future Troubles, die Murray regelmäßig verpflichtet nerven und langweilen um die Wette. Macka Diamond im Duett mit Cobra geht ebenso wie Kartel noch durch. Ansonsten können auch Sizzla, Capleton und Beenie diese Selection nicht mehr retten. Nach diesem Jammertal kommt der „World Jam“ Riddim gerade richtig. Verantwortlich ist Frenchie, der die Firehouse Crew ins Studio bestellt hat, um im Fahrwasser von Damian Marley’s „Jamrock“ das nächste Riddim-Kapitel um Ini Kamoze’s „World A Music“ Epos zu schreiben. Als Prerelease gab es nur schlappe vier Tunes, im Albumgewand erscheinen nun beachtliche 17. Soviel mal zu den äußerlichen Fakten. Da’Ville’s Sensihymne „My Grade“ ist vom Allerfeinsten, macht dem edlen Riddim alle Ehre und darf wohl zu Recht als Highlight in die Bücher eingehen. Bounty’s „Poor People“ lässt den Killer wieder tief ins Ghetto eintauchen, wo er für die Rechte der Unterdrückten an vorderster Front kämpft, diese aber auch ermahnt selbst ihr Leben in die Hand zu nehmen. Vybz Kartel ist die Überraschung auf dem Riddim und liefert mit „How We Ride“ eine weitere Gun-Hymne ab, die mit ziemlicher Sicherheit für einen Buzz sorgen wird. Ebenfalls mit an Board sind General Degree, Chuck Fenda, Richie Spice, Beenie Man und Anthony B. Ganz klar ein Selbstläufer! Bei VP Records gibt es ebenfalls einen ganzen Berg an Neuheiten. Der „Sleng Teng“ von King Jammy’s erlebt ein Revival! Gleich zwei Alben kommen auf den Markt. Zum einen die klassische Sleng Teng Extravaganza, aus den 80’s noch bestens bekannt. Hier finden sich all die berühmten Klassiker, die man über die Jahre lieb gewonnen hat. Wayne Smith’s „Under Mi Sleng Teng“, Johnny Osbourne’s „Buddy Bye“ und John Wayne’s „Call Di Police“ eröffnen das Spektakel und lassen das Foundation Herz höher schlagen. Allgemein hin als der erste Digital Riddim bekannt wirkt er auch heute noch so monumental wie 1985 bei Erstveröffentlichung. Die Produktion ist simpel, brachial, schmutzig und doch so eingängig, dass er für immer haften bleiben wird. Tenor Saw, Sugar Minott, Eccleton Jarrett, Tonto Irie und Nicodemus sind natürlich auch mit dabei. Genau 20 Jahre später kehrt Altmeister Jammy’s an seine Wurzeln zurück und revitalisiert sein Meisterwerk durch die „Sleng Teng Resurrection“. Die Produktion unterscheidet sich nur um Nuancen, Hits gibt es allerdings bei weitem nicht mehr en masse. Hervorzuheben bleibt die sagenhafte Bounty Killer/Wayne Smith Combo, sowie Ninja’s „Mad Again“ und Luciano’s „Dancehall Style“. Daß das für ein Album eigentlich nicht reicht wird jedem klar sein, auf der anderen Seite kann man bei diesem Jubiläum schon mal ein Auge zudrücken. Der wichtigste Riddim Sampler dieser Ausgabe kommt von Jah Snowcone, dessen „Applause“ Selection vortrefflich an alte Rice N Peas Zeiten anzuknüpfen versteht. Auch hier werden sagenhafte 125bpm erreicht, und es gibt Hits vom Allerfeinsten. Newcomer Shane-O hat mit „Lightning Flash“ den Durchbruch geschafft und sich über 15 Wochen in den Charts getummelt, Sizzla schwimmt mit „Run Out Pan Dem“ in gleichen Gewässern und auch Assassin ist in den letzten Monaten zu einer festen Größe geworden. Sein „Don’t Like You“ ist ebenfalls Gast in den einschlägigen Charts und von keinem Dance zwischen Kingston und Tokyo wegzudenken. Damit jedoch längst noch nicht genug, sind auch T.O.K., Sean Paul und Elephant Man mit explosivem Material unterwegs. Wirkliche Ausfälle gibt es durch die Bank weg nicht zu beklagen, und es ist höchst selten, daß eine Selection über derart konstante Vokalperformances verfügt. Einziger Wermutstropfen ist das Fehlen von Spragga’s „Run Tings“, welches die Selection mitgeprägt hat. Insgesamt schon jetzt ein Highlight des Jahres. Genauso groß und ebenso wichtig ist Christopher Birch’s „Cry Baby“ Selection. Das Szenario ist allerdings straight Roots und bietet eine geradezu erlesen Auswahl an Artists, die scheinbar erst aus dem Studio entlassen wurden als auch wirklich jedes Hitpotential ausgeschöpft wurde. Der Mann versteht auf jeden Fall sein Handwerk und die Künstler scheinen für einen Voicing Platz Schlange zu stehen. Die Trefferquote ist erstaunlich hoch, allen voran Anthony Cruz, dessen herzzerreißendes „Woman I Love“ wohl zu den schönsten Liebesliedern der letzten Monate gehört. Dicht dahinter gesellt sich Sizzla mit „Thanks And Praise“, einer wundervollen Hymne an das Leben, den Respekt vor der Natur und einem Aufruf an alle sich auf die wahren Werte zurückzubesinnen. Elephant Man stimmt mit „As Far“ ebenfalls besinnliche Töne an. Die bekannten Gimmick Lyrics wurden abgestreift, stattdessen erwartet uns eine melancholische Situationsanalyse gepaart mit einigen traurigen Fakten über die Gewaltsituation auf der Insel. Es folgt ein eindringlicher Aufruf die Waffen niederzulegen und sich in Einigkeit zu üben. Eine beachtliche Kehrtwendung, sehr ungewohnt aber ein Volltreffer durch und durch. Buju, Assassin, T.O.K. und viele mehr sind auch mit äußerst beachtlichen Tunes unterwegs und hieven die Selection in ungeahnte Höhen. Auch hier wurde wirklich alles richtig gemacht! Der zweite Birch Riddim hört auf den Namen „My Swing“ und war eigentlich als Nachfolger des „Military“ gedacht. Thematisch geht es eher Richtung Gospel (Birch you takin’ em to church), viel Klatschen und das typische Piano sind die Trademarks dieser Selection, die so richtig in keine Schublade passen will und noch einmal mehr die Vielseitigkeit von Christopher Birch unterstreicht. Einige der Tunes haben Gassenhauerqualitäten nerven aber leider auf die Dauer. Das Vergnügen währt also eher kurz trotzdem sich hier ein All Star Line-up die Klinke in die Hand drückt. Da gefällt der „Move“ Sampler von Arif Cooper’s Fresh Ear Label schon deutlich besser. Ist zwar mächtig danceinstructionmäßig unterwegs hat aber wirklich Potential, um auf der Tanzfläche Schaden anrichten zu können. Das Line up hat mit Elephant Man, Bounty Killer, Beenie Man, Vybz Kartel fast alle Boss Deejays am Start, und die bringen die Selection auf solide 115bpm Betriebstemperatur. Newcomer Sanjay und Boygroup T.O.K. treiben ebenfalls ihr Unwesen und bereichern die Selection. Insgesamt sehr geschmeidig, mit einigen hochgetuneten Synthisounds, die das Gefährt nach vorne peitschen. Von Big Yard wurden ebenfalls einige Lizenzen besorgt und so entstand der Return To Big Street Sampler. Der „Return“ ist ein alter Bekannter in der Dancehall und gehört zu den Sureshots eines jeden Juggling Sets der vergangenen Monate. Das legendäre „Stop That Train“, von den Spanishtonians eingesungen und 1965 auf Prince veröffentlicht stand thematisch Pate für dieses Monstrum, welches mit Shaggy, Morgan Heritage, Bounty Killer, Degree und Voice Mail perfekt in die heutige Zeit umgesetzt wurde. Der Riddim geht nach vorne, hat enorm Druck und vor allem einige Hits im Gepäck. Der „Big Street“ hat bei weitem nicht die Ausdauer wie sein Begleiter. Der Sound ist typisch für Big Yard und man wartet konstant auf Shaggy, Rayvon und Rik Rok, von denen sich allerdings keiner blicken lässt. Hits sind überhaupt nicht zu erspähen, obwohl sich Devonte & Tanto Metro respektabel ins Zeug legen. Reinhören sollte man in jedem Fall. Zum Abschluss gibt es noch einen Lovers Sampler, der als „My Baby“ ins Rennen geschickt wird und auch aus dem Hause Big Yard stammt. Sehr seicht, zuweilen mit einem schönen Saxophon unterlegt und recht eingängig produziert. Kiprich hat es sich mit „Telephone Ting“ bereits in den Charts gemütlich gemacht und bekommt massig Airplay. Rik Rok, Voicemail, Richie Spice sowie Morgan Heritage sind ebenfalls mit im Boot. Die Selection reift mit der Zeit und wächst einem dann doch irgendwann an Herz. Eine paar mehr Tunes hätten es allerdings schon sein können. Aus dem Hause Kingstone gibt es nun auch die beiden ersten Compilations. Zum einen den „Senorita“ Riddim, der in Deutschland wahrscheinlich schon jeden Dance abgefackelt hat. Thematisch definitiv ein Partygeschoss der Extraklasse und für alle Freunde von kompakten bouncenden Basslines mit Sicherheit eine Anschaffung wert. Kingstone haben ihre über die Jahre entstanden Kontakte spielen lassen und T.O.K., Buccaneer, Red Rat und Ce’Cile verpflichten können um für die notwendige Kredibilität zu sorgen. Den Remix von „Isyankar“ gibt es natürlich auch. Definitiv ein guter Startschuss in der Produktionsvita der Kölner Jungs, die den logischen Schritt in Richtung Labelbetreiber gewagt haben. Der zweite Streich stimmt ganz andere Töne an. Der „Truth“ Riddim wurde von Lazy Youth selbst gezimmert und wagt sich in One Drop Gefilde hinein. Produktionstechnisch klingt das recht ordentlich und wurde mit Live Bläsern und Gitarre ergänzt. Soweit so gut. Ein wenig fad hingegen muten die Voicings an. T.O.K., Chico, Ce’Cile, Mr. Easy, Lutan Fyah klingen alle recht solide, aber wirkliche Emotionen werden beim Hören leider nicht freigesetzt. Auch die heimische Garde ist mit Gentleman, Tolga und Mamadee vertreten; auch hier im Westen nichts Neues. Hier wäre ein wenig mehr drin gewesen. Reinhören sollte man in jedem Fall und die Tatsache, daß ein weiteres deutsches Label nun kräftig mitmischt ist schon beachtlich. Beide CDs erscheinen im Digipack zu einem zivilen Preis. Zum Schluss gibt es noch ein Update zum „Invasion“ Riddim der in Ausgabe 01/05 an dieser Stelle bereits besprochen wurde, dessen Release aber konsequent verschoben wurde. Der Sampler ist endlich auf dem Markt und beinhaltet nun beide Downsound Hitselections, also „Maroon“ und „Invasion“. Aus Aktualitätsgründen können wir hier leider nicht mehr ins Detail gehen, er sei aber allen Roots-Jüngern wärmstens ans Herz gelegt!

 
     
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Text von Uzz

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 05/05

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