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     One Riddim Sampler  
  Text von Uzz  
 

Seit Monaten ist Christopher Birchs marschierendes Military Epos, das über Birchill/VP vertrieben wird von keinem Dance mehr wegzudenken. Cobra sagt bereits im Intro zu „Put Gunshot“ worum es hier geht: “Dis riddim ya so warish“. Das Statement ist Programm. Cobras Feldzug zeigt den Badman-Deejay von seiner altbekannten Seite, der Flow hat soviel Style, dass sein Comeback in trockenen Tüchern sein dürfte. Assassin tummelte sich mit „Step Pon Dem“ wochenlang in den Charts und auch Bounty Killer manifestiert mit „Warlord Walk“ wer hier der Boss und wer nur Rekrut ist. Selbst Sizzla findet sich auf dem Truppenübungsplatz bestens zurecht und liefert eine erstaunlich gute Performace ab. Ansonsten sind Kartel, Sean Paul, Beenie und unendlich viele andere mit am Start. Die Ausbeute ist beachtlich und rechtfertigt eine Anschaffung in jedem Fall. VP macht weiter mit Black Chineys Debut Selection Kopa. Hier geht es voll zur Sache. Leider wird immer noch geklatscht, jedoch ist der Riddim mit großer Verspätung erst veröffentlicht worden. Kanadas #1 HipHop Export Kardinal Offishall im Duett mit Chart-Topper Akon gefällt ebenso ausgezeichnet wie Capletons „Who Yuh Callin’ Nigga“. Notch klärt alle begriffsstutzigen Clubgänger über den wahren Sinn des V.I.P. Status`auf, während Kartel auf „Four Seasons“ über die Vorzüge seiner Gals zu bestimmten Jahreszeiten berichtet. Unbedingt reinhören. Auch Steely & Clevie tauchen mal wieder aus der Versenkung aus. Der Sleepy Dog ist eine schwierige Kiste. Sehr ausgetüftelte Produktion trifft auf lieblose Artists, die anscheinend fast alle überfordert waren. Assassins „As A Man“ ist der einzige wirkliche Hit, Bujus „Ride This“ schwimmt noch im Fahrwasser, das restliche Line-up hat leider komplett versagt. Das Album braucht man definitiv nicht. Der Binghi Trod von South Block ist nicht wirklich besser. Es handelt sich hierbei um den Nachfolger vom Chrome, der auch diesmal wieder von Alozade produziert wurde. Allerdings kein Dancehall-Riddim sondern zeitgemäß eine One Drop-Selection mit Nyahbinghi-Drums. Spannend und erbaulich ist das alles nicht sonderlich und wirkliche Höhepunkte finden sich trotz Top Artist Line-up nicht. Jah Cure, Buju, Turbulence, Sizzla, Richie Spice, Chuck Fenda und viele mehr sind mit dabei, nur keiner vermag mit diesem sperrigen Gefährt umzugehen. Nicht schlecht aber eben sehr fad. Bei Greensleeves eröffnet man den Reigen mit Don Corleon’s Jonkanoo Selection, die genauso farben- und klangreich ist, wie der Name es verspricht. Das Geschoss ist wieder gewaltig uptempo, und es gibt ein wahres Fest an guten Tunes. Beenie Mans „Frame I & I“ ist der Top-Tune und zeigt den Doctor facettenreich wie eh und je. Kartel, Voicemail und auch Beenie haben jeweils zwei Tunes im Gepäck. Kartels „Too Fucky Fucky“ ist eine weitere heitere Episode in dessen unendlichen lyrischen Tiefen und auch Wayne Marshall ist mit „Mek Dem Come“ ganz eindeutig wieder auf Hitkurs. Macka Diamond dürfte Lady Saw zumindest temporär den Rang der Slackness-Queen abgelaufen haben und belustigt sich mit „Da Size Deh Nuh Ready Yet“ über unzureichend bestückte Männer. Insgesamt eines der wenigen Highlights am deutlich übersättigten One-Riddim Himmel. Weiter geht es mit dem Fowl Fight, der als 45 bereits vor einigen Wochen auf Maximum Sound erschienen ist. Produziert wurde wie üblich von Frenchie selbst, der das Jammertal zu überwunden haben scheint. Nach einigen Pleiten a la „Blue Steel“ und „Jumbie“ ist er seit „Tribute To Downbeat“ wieder gut dabei. Der „Fowl Fight“ ist insgesamt sehr rund produziert und kommt flüssig daher, mit viel Fokus auf Synthi-Sounds - also Keyboards galore! Kartel und der Killer sind sehr gut dabei und auch die Sängerfraktion wird mit Da’Ville, Lukie D und Tony Curtis bedient. Vielleicht nicht der Riesenwurf aber doch sehr kurzweilig und für den Moment recht unterhaltsam. Ganz anders ist da Mafia & Fluxys Relick vom Marcus Garvey Riddim. Ganz klassisch, sowohl in Bezug auf Produktion als auch auf Inhalte. Es geht um Repatriierung, die Suche nach Frieden und Liebe und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Tony Rebel, Sizzla, Natty King und Queen Ifrica eröffnen den Reigen und sorgen durchweg für ausgezeichnete Performances. Danach einige Newcomer und solche die es noch werden wollen. Zum Schluss gibt sich Third World Veteran Bunny Rugs noch die Ehre, der sich der Coverversion des Burning Spear Klassikers annimmt und seine Sache durchaus solide macht. Ist ja auch ein schweres Erbe. Mehr Hits wären sicherlich gut gewesen aber auch so geht das völlig OK. Auch in Köln war man wieder fleißig. Die Jungs von Pow Pow haben nun auch den Gladiator in die One-Riddim Rüstung gepfercht. Auf den ersten Blick gibt die Produktion nicht viel her und man muss schon ordentlich Zeit investieren damit sich der Riddim entfaltet. Bounty Killer hat mit „Ghetto Gladiator“ den Lead-off Tune am Start, der auch wirklich das Beste ist, was die Selection zu bieten hat. Gentlemans „Screwface“ überzeugt leider überhaupt nicht, Degrees „Goodoye“ hingegen zeigt den General mal wieder in Topform. Ein ganzer Sampler ist für meinen Geschmack etwas zuviel des Guten, aber für Fans von kräftig bouncenden Riddims sollte das schon OK gehen. Ein paar mehr Big Names wären wünschenswert gewesen, reinhören sollte man in jedem Fall. Zum Schluss gibt es noch den Save The World Sampler, der von Father Rick und Harvel Hart für R & R Music produziert wurde. Vorbild für diesen Riddim war der Drum Song und die Umsetzung ist sehr gut gelungen, da nicht stumpf am Original festgehalten wurde. Gestandene Artist wie Capleton, Glen Washington, Chuck Fenda und Sanchez treffen auf die neue Riege der Conscious Barden wie Perfect, Bascom X und I Wayne. Letzterer hat für meinen Geschmack mit „Free The People“ den besten Tune eingesungen und trällert gegen all diejenigen, die weltliche Güter über den Menschen an sich stellen. Stimmlich und atmosphärische sehr überzeugend. Insgesamt sehr zu empfehlen mit einer guten Ausbeute fürs schwer verdiente Geld.

 
     
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Text von Uzz

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 04/05

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