Newsletter
Riddim Mag abonnieren
Riddim Shop Angebote
     Easyskanking  
  Text von Alexander Birk  
 

The Busters: Sukiyaki vs. Tokyo Ska Zone (Ska Revolution Records/Soulfood)Endlich: das hundertste Album der Busters! Na gut, nicht ganz. Aber ganz schön viel haben sie schon rausgebracht… Das neueste Machwerk ist eine Hommage an die Auftritte, die die Busters im vergangenen November in Japan absolviert haben. Sind insgesamt zwar „nur“ sechs Stücke drauf, trotzdem ist dieser Silberling ein Muss für den Freund der flotten Offbeats. Den Titel „Sukiyaki“ kennen die ganz Alten vielleicht noch, das war in den Sechzigern ein Hit in Japan, der dann in zahlreichen Übersetzungen um die ganze Welt ging. Hier bringt die muntere Truppe aus Wiesloch ihre Version im gewohnt guten Ska-Gewand, und, Noblesse oblige, dem Text auf Japanisch gesungen. Das Stück „Tokyo Ska Zone“ ist die Zustandsbeschreibung der Szene in der fernöstlichen Metropole – schnelle, schweißtreibende Beats! Dazu noch ein instrumentaler Track aus der Feder von Chefposaunist Rob Solomon und drei Liveaufnahmen, die Anfang dieses Jahres in Hamburg druckvoll und knallig auf’s Band gebannt wurden. So muss das sein - Heisser als jeder Reisbrenner.

Pop, Beat und weitere frische Elemente bereichern den Ska von Lo and the Magnetics. A Part (Grover Records/SPV) heisst das Album der Newcomer aus Montréal im französischsprachigen Part Kanadas, die eigentlich gar keine Newcomer sind. Bei ihnen handelt es sich nämlich um das übrig gebliebene Kernstück einer der bekanntesten Skabands Nordamerikas, nämlich der King Pins. Frontfrau Lorraine Muller ist auch hier Kopf des Quartetts, das zur Jahreswende in Europa auf Tournee war. Dieses Debütalbum bringt im Gegensatz zu der Vorgängerband weniger rockiges und geknüppeltes, sondern eher ruhige Nummern, die in einem englischen Pub sicher genauso ihren Platz haben wie in einer japanischen Lounge. Keine Scheu, Keyboardsounds zu benutzen, die eigentlich „out“ sind, geschmackvoll durchtränkt von dem klaren, unprätentiösen Gesang der Lo. Nicht so zum verschwitzten Abtanzen, eher der passende Soundtrack zur Mentholzigarette und einem Glas Absinth…

Ist zwar kein wirkliches Ska-Album, aber durchaus seine Berechtigung auf dieser Seite hat das CD-Debüt von Sensi Simon & the Studio Nine Band: Start Your Day With… (self). Sensi Simon ist Kennern der Ska-Szene selbstverständlich ein Begriff als der Trompeter der Tübinger Band „Soulfood International“ (vormals Court Jester’s Crew), die als erstklassige und stark besetzte Combo als Backing-Band für diverse in- und ausländische Sänger, Deejays und Rapper, unter anderem Laurel Aitken und Ken Boothe, in Erscheinung traten und treten. Und so finden sich in seiner „Studio Nine Band“ – übrigens eine offensichtliche Referenz an das jamaikanische Studio 1 Label der sechziger und siebziger Jahre – zahlreiche Musiker der zuvor genannten Formation wieder. Dennoch ist der Schwerpunkt ein anderer, hier gibt es acht Eigenkompositionen des talentierten Trompeters, dem Jazz, Ska und Reggae besonders am Herzen liegen. Grooves und Gesangsparts, die mal an die Slackers, mal an Lee Perrys bessere gedubbte Produktionen erinnern. Sehr entspannt, sehr erdig und sehr atmosphärisch schleichen sich diese Stücke in den Gehörgang und verbreiten eine Stimmung, die - dem Albumtitel zum trotz – gut geeignet sind, den Tag ausklingen zu lassen. Gastauftritte von Sänger Don Rocksha, ehemaliger Court Jester’s Crew Sänger, und von Seeed-Posaunist Jerôme Bugnon, runden diesen vielleicht etwas zu kurz geratenen Longplayer ab. Aber zum Glück gibt es ja die Repeat-Taste…

Hier jault der andalusische Hund: Los Dingos: Dreams Of Glory (Mad Butcher Records) ist das erste komplette Album der sechsköpfigen Band aus Granada im Süden Spaniens. Das besondere ist der Frauengesang und die große Liebe zur jamaikanischen Musik der ersten Stunden. So gibt es denn Ska und Rock Steady, sowie ein paar „rootsige“ Einsprengsel. Zum teil Recht schöne Stücke, die aber leider nicht durchgängig souverän präsentiert werden. Das Saxophon hätte hier und da mal eine bessere Stimmung haben können, und die leider nicht ganz richtig herausgehörten Akkorde in der Cover-version von Jimmy Cliffs „The Harder They Come“ trüben den Hörgenuss ein wenig – aber was soll’s: im Großen macht dieses Album Spaß.

Mehr Ska! Das dritte Album von The Clarks: Planet Orange (Wolverine/Soulfood) ist eine frische Brise zwischen den zumal weniger erquicklichen aktuellen Veröffentlichungen in diesen Tagen. Neun rheinische Frohnaturen, die seit gut vier Jahren für Stimmung sorgen, und das auf handwerklich bestem Niveau. Gesungen wird auf Deutsch und Englisch, und dazu gibt es fantastische Bläsersätze und stimmige Grooves - das Spektrum reicht hier vom beginn des Ska bis hin zu rockigen Two-Tone und sogar Drum’n’Bass-Ausflügen, ganz so, wie es in einem ihrer Songs heisst „We Gonna Take You From the Roots To Everywhere“. Zum Glück verlieren dich die Clerks aber nicht in ihrer Vielseitigkeit, es bleibt ein stimmiges Ganzes. Der Sound ist hervorragend – ein sehr gute Produktion, mit viel Sachverstand und sehr lebendig ausgeführt. Vor allem die deutschsprachigen Stücke dürften auch für das Radio interessant sein, während die Instrumentalstücke mit kompaktem Spiel und hervorragenden Soli überzeugen. Zum Schmunzeln ist an der Ska/Reggae Adaption von Beethovens „Für Elise“ (bei den Clerks „Für Louise“) nicht nur die Ausführung selbiger, sondern auch das Intro dazu, eine von Oma höchstpersönlich eingesprochene Anrufbeantworter-Nachricht.

Jetzt isse da: The Slapstickers: A-Huii!! (self) ist der Mitschnitt ihres Konzertes im Oktober 2004 in einem knüppelvollen Laden in ihrer Rheinmetopole. Neun Musiker bringen treibenden Ska auf den Punkt – in ganzen 28 Songs auf einer Doppel-CD. Die Band dürfte mittlerweile ja ein jeder kennen, und wer sie noch nicht kennt, besucht schleunigst ihr nächstes Konzert. Oder besorgt sich wenigstens erstmal „A-Huii!!“ Der Sound ist bestechend, das Live-Feeling wunderbar eingefangen, die Jungs sind in Form, das Publikum tobt! Kaufen!!!

 
     
     EURE KOMMENTARE  
  Es sind noch keine Kommentare zu diesem Artikel verfasst worden.  
  Schreib deinen eigenen Kommentar  

Text von Alexander Birk

Dieser Artikel erschien in RIDDIM 04/05

Diesen Artikel kommentieren.

Martei Korley: ...
Reggaeville Eas...
Editorial RIDDI...
Lutan Fyah & Ju...
Michael Turner und Robert Schoenfeld ... -
ROOTS KNOTTY RO...
JEREMY COLLINGWOOD ... -
1. BOB MARLEY –...
EVEREST SOUND ... -
COUNTRYTALK...
SELECTA M ... -
RAGGA & ROOTS S...
FESTIVALS 2013 -
Nichts wie raus...
Festival Guide 2012 -
...
Festivals 2011 -
Ras Tarik's Fes...
Festival Guide -
Festival Guide ...